Uriah Heep am 3.11.2018 in Trier - Konzertrückblick

Uriah Heep waren im Herbst 2018 auf großer Europatournee und haben auch der Moselstadt Trier einen Besuch abgestattet. Dabei ließen sie sich von den bestens bekannten The Zombies im Vorprogramm  unterstützen. Diese Band hat mittlerweile 54 Jahre auf dem Buckel und es spielen u.a. immer noch Rod Argent und Colin Blunstone mit. Ihr größten Hits wie „Hold your head up“, „Time of season“ und „She's not there“ fehlten nicht und so kam es zum Erstaunen der Veranstalter zu lauten „Zugabe“-Rufen aus dem Publikum. Kurzfristig geriet das Programm durcheinander, sogar der Strom wurde den Zombies abgeschaltet, bevor sie noch einmal auftreten durften. Hatten Uriah Heep Angst vor der Konkurrenz?

 

Nun, so überraschend The Zombies auch waren, Uriah Heep konnten sie dennoch nicht gefährden. Die 5 Musiker waren vom ersten Moment an voll bei der Sache und spielten gleich zu Anfang mal den Opener „Grazed By Heaven“ vom neuen Album „Living the Dream“. Dass Mick Box immer noch der WahWahKönig auf der Gitarre ist, wurde schnell klar. Beeindruckend aber auch Russell Gilbrooke an den Drums, der eine unglaubliche Kraft in sein Spiel legt. Und dass Bernie Shaw richtig gut bei Stimme war, das freute mich dann am meisten. Ich hab ihn früher schon mal schlechter erlebt.

 

Natürlich spielte die Band viele ihrer bekanntesten Tracks, darunter eine tolle Version von „Gipsy“ und „Easy Livin'“. Leider wurde die A-Gitarre nur einmal benutzt, was ich bedaure. Die E-Gitarre wurde dafür öfters gewechselt. Dass bei einer so langen Bandhistorie das eine oder andere Album außen vor bleibt ist auch verständlich. Dennoch überraschend, dass eines ihrer kommerziell erfolgreichsten Alben überhaupt nicht in der Setlist auftauchte. „Sweet Freedom“ fand leider nicht statt. Vielleicht weil die richtig guten Songs hier von Ken Hensley stammen?

 

Der Sound war ausgewogen und klang sowohl vorne in der ersten Reihe als auch ganz hinten wunderbar. Auch das Bühnenbild und die Lightshow waren in Ordnung. Dass Mick Box mit 73 Jahren wie ein Jungspund wirkt (nicht nur im Konzert, auch vor dem Gig wo ich ihn für ein paar Minuten treffen konnte) ist einfach nur bewundernswert. Too old to Rock'n'Roll? Nicht bei ihm.

 

Somit gingen die Besucher wieder mit einem zufriedenen Lächeln in die kalte Nacht. Ja, ich habe „The Wizard“ vermisst, genau wie „Stealin'“. Aber was solls? Die Show konnte ja auch nicht bis morgen dauern.....